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Willkommen bei Andre Abge

Mein Kunstverständnis mag der eine oder andere für antiquiert halten, aber wer sein Handwerk nicht beherrscht, kann meines Erachtens seine Aussagen nicht mit entsprechender Überzeugungskraft darstellen. Deshalb sehe ich auch meine eigenen Arbeiten sehr kritisch und sage von nur wenigen Einzelwerken, dass sie meinen eigenen Ansprüchen einigermaßen gerecht werden.
Andererseits erlaube ich mir auch, Arbeiten anderer subjektiv einzuschätzen. Natürlich ist mir dabei sehr bewusst, dass mir in vielen Bereichen das Wissen fehlt, ein richtiges Urteil zu fällen - falls es dies überhaupt geben kann. Dennoch jedes Werk unterliegt immer dem Auge des Betrachters, weshalb es auch vollkommen in Ordnung ist, wenn andere meine Arbeiten als Schrott eintaxieren.

Probleme habe ich erst dann, wenn Kunst (was immer es auch sei) von kunstfremden Argumentatoren, derzeit vorwiegend in Form von öffentlicher Zensur, angegriffen wird. Hier ist für mich definitiv Schluss. Deshalb wehre ich mich in aller Form gegen derartige Agitation und hoffe, dass auch viele andere Kunstbeflissene offen dagegen eintreten. Ich erlaube mir in diesem Zusammenhang an das 3. Reich zu erinnern, wo Bücher verbrannt wurden, Schauspiel getreu und Musik konform sein musste, und nicht zu letzt Kunst als "entartet" klassifiziert wurde, wenn den Herrschenden, Demagogen, Radikalen, Totalitären, Faschisten diese freiheitlichen Meinungsäußerungen nicht passten. Noch sind wir nicht so weit, aber unsere Gemeinschaft ist leider auf dem besten Wege dahin.

Wir haben seit der Studentenrevolution der endsechziger Jahre so viel Positives und Notwendiges erkämpft, wie die Befreiung der Frauen aus ihrer Männerherrschaft (Prozess immer noch nicht beendet), die freie Meinungsäußerung, die Demokratisierung des Landes, die sexuelle Freiheit, ein weitgehend offenes Schulsystem, in vielen Teilbereichen eine Sozialgemeinschaft und vieles andere mehr. Es kann nicht sein, dass wir dies alles wieder aufgeben, weil einige neue politische Demagogen die Umkehr einläuten. Auch eine Generalisierung einzufordern (-klagen), weil einige Unverbesserliche oder moralisch/geistig Verwirrte gegen diese gemeinschaftlichen Grundwerte verstoßen, darf einem, in jeder Beziehung toleranten Miteinander nicht bevorzugt werden. Wenn die Argumente eines offenen Diskurses fair miteinander ausgetauscht werden, und jeder zumindest versucht, alles sachlich zu bewerten, werden wir gute Lösungen finden.

Krieg im Kleinen wie im Großen führte noch nie zu einer weitreichenden Zufriedenheit. Wer ernsthaft neutral Dinge erörtert, wird feststellen, dass manchmal sogar als extreme Pole angesehene Haltungen, wie Glaube und Kommunismus, sich sehr nahe sind. Zur Toleranz gehört aber auch der gegenseitige Versuch diesem Grundsatz zu folgen. Leider erlebe ich es immer wieder, dass Einzelne (auch ich) andere einfach in eine Schublade stecken, ohne ihr Pendant überhaupt zu kennen. Das nennt man Vorurteile. Ja, auch Vorurteile stehen Jedem zu, dennoch halte ich es als nicht tragbar, dass diese Vorurteile in Form übler Beschimpfungen und Verleumdungen öffentlich skandiert werden. Wir haben Gesetze, die viele der gegenseitige Vorwürfe klar geregelt wissen, und daran haben wir uns alle zu halten. Der Anstand (der Bruder des Verstandes) sollte den Rest in geordnete Bahnen lenken.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen wunderbare und lehrreiche Auseindersetzungen im Bereich der Kunst und allen anderen Lebensbereichen.